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Jungs aus Korea schwäbelten ein wenig

Besondere Interpretation des deutschen Klassikers "Wenn ich ein Vöglein wär" von jungen Asiaten

Auftritt des Halla Boys Choir in Weisel
Die putzmunteren Jungs aus Südkorea hatten sich schnell in die Herzen des Weiseler Publikums gesungen. Der "Halla Boys Choir" war nicht zum ersten Mal am Rhein zu Gast. Foto: Wolter

WEISEL. Putzmuntere und dennoch disziplinierte Knaben im Alter zwischen 10 und 12 Jahren, die zusammen den "Halla Boys Choir" bilden, waren in den vergangenen Tagen in Weisel und Umgebung zu Gast. Gemeinsam mit 37 Aktiven des evangelischen Posaunenchores Weisel (Leitung Paul-Gerhard Kappus) unterhielten sie am Samstagabend in der Weiseler Turnhalle ihre Zuhörer bei einem Konzert

Der nichtkommerzielle Kinderchor und sein Dirigent Sung-bok Ahn kommen aus dem Verwaltungsbezirk Jeju der Koreanischen Republik. Der Chor ist 1991 gegründet worden und bricht alle zwei Jahre zu einer Tournee ins Ausland auf. Mit der Musik Brücken zu schlagen und durch gemeinsames Singen gegenseitiges Verständnis und Zusammenarbeit herbeizuführen, sei neben der Charakterbildung der Jungen Ziel des Chores, sagt die Chorleitung.

Auch nach Weisel war der Knabenchor schon einmal zu einem Freundschaftsbesuch gekommen, denn mit den Weiseler Posaunisten und ihren Freunden ist der Chor seit langem freundschaftlich verbunden. So weilten auch die Musiker aus Weisel schon einige Male in Jeju.

Die Partnerschaft hatte der Weiseler Jong Heon Yoon ins Leben gerufen, der auch schon ein Gastspiel des "Korean Saxophone Ensemble" und des "EVE Saxophone Quartetts" aus Korea initiiert hat. Das jüngste Konzert wurde vom Kultursommer der Verbandsgemeinde Loreley unterstützt. Dessen Vertreter, Bürgermeister Dieter Clasen, sprach die Grußworte.

Zunächst traten die Jungen aber nicht singend auf, sondern als Mundharmonika-Ensemble und spielten ein traditionelles koreanisches Musikstück. Die 25 Mundharmonikas erzeugten ungewohnte Klänge, die an Sopranschalmeien von Bergmannskapellen erinnerten. Den Zuhörern gefiel nicht nur diese Darbietung, sondern auch die folgenden Gesangsauftritte, die zunächst traditionell Koreanisches boten, dann aber auch Kompositionen aus Mexiko, der Türkei und Deutschland. So vernahmen die Zuhörer auch das Lied "Wenn ich ein Vöglein wär", das mit schwäbischem Text vorgetragen wurde. Dafür bekamen die jungen Choristen natürlich viel Beifall.

Danach gab es vom Chor Internationales zu hören. Die bekannten Hits wie "Ob-la-di, Ob-la-da" der Beatles, "Catch a falling star" von Perry Como oder "Fun, Fun, Fun" von den Beach Boys, waren Beispiele für kulturelle Effekte der Globalisierung. Gesanglich war das, was die Jungs boten, ausgezeichnet, und der Beifall, den ihnen die Weiseler spendeten, überaus verdient.

Als "Paukenschlag" zum Schluss musizierten der Posaunenchor und die Halla-Knaben dann gemeinsam und überraschten mit dem "Anton aus Tirol", "Die Hände zum Himmel" und "Sierra madr". Wer Paul-Gerhard Kappus, seine gute Laune, seinen Witz und seinen Humor kennt, der Weiß: Das kam bei den Zuhörern an.

Karl-Heinz Wolter 

Quelle: Rhein-Lahn-Zeitung, 21.01.2008