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Musikvereine trumpften in der Kirche von Weisel auf

Paul Gerhard Kappus für seine 40-jährige Tätigkeit im Dirigentenamt geehrt - Auch ältester Aktiver wurde ausgezeichnet

Geehrte aktive Mitglieder
Die Geehrten und ihre Laudatoren: (vorne von links) Pfarrerin Anette Seifert, Wilhelm Schmelzeisen, Paul Gerhard Kappus, Emil Thoma, Egon Hartenfels und Andreas Schmelzeisen; (hinten von links) Otto Rheingans, Wilfried Schmelzeisen, Dieter Milkowski, Wilhelm Göttert, Elke Hofmann, Bastian Kern und Timo Zimmermann.

WEISEL. Einen schöneren Ort für ihr Konzert - in dessen Rahmen langjährige aktive Musiker geehrt wurden -, als die frisch renovierte Kirche im eigenen Ort hätte sich der evangelische Posaunenchor Weisel 1922 nicht suchen können. Dafür ließ der Chor sogar den eigentlich für diesen Anlass eingeplanten Termin im Dezember vergangenen Jahres verstreichen.

Den Beginn machten die Bläser mit dem Gloria, Preis und Anbetung, bevor Pfarrerin Anette Seifert die Gemeinde mit Eingangsspruch und Gebet begrüßte. Dem schloss sich der Vorsitzende des Posaunenchores, Andreas Schmelzeisen, an. Oliver Kappus übernahm dann im Auftrag des Chores die Führung durchs Programm.

Es folgte ein überragendes Kirchenkonzert mit dem Dekanatskantor Markus Ziegler an der Orgel, dem MGV "Eintracht" Weisel unter der Leitung von Tassilo Schlenther, sowie der jüngsten musikalischen Zusammenstellung Weisels, dem Loreley-Brass-Bläserensemble unter Leitung von Joong Heon  Yoon.

Dieses Projekt gibt es seit knapp einem Jahr und jetzt hatten die Musiker in der Weiseler Kirche ihren ersten "Heimeinsatz". "Seinen" Posaunenchor und "seinen" Frauenchor dirigierte natürlich Paul Gerhard Kappus.

Als wirklich herausragend dürfen die Darbietungen von Joong Heon Yoon (Soloposaune) im Zusammenspiel mit der Orgel und Annie Laurie, sowie später mit Orgel und Tanja Stumm (Trompete) benannt werden. Hinter vorgehaltener Hand zeigte Paul Gerhard Kappus vor dem Konzert bereits Freude auf ein besonderes Stück seines Posaunenchors - nämlich Ouvertüre und Allegro aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel - für das die Konzertbesucher später begeisterten Beifall spendeten.

Paul Gerhard Kappus
Paul Gerhard Kappus ist seit 40 Jahren in Weisel Dirigent. Fotos: Norbert Schmiedel

"Herr, Du bist die Liebe" und "Für mich gingst Du nach Golgatha" des Frauenchores füllten in herrlicher Stimmlage das Kirchenschiff, während der Männerchor von der Empore mit "Abendrot" von Schubert und "Die Himmel rühmen" von Ludwig van Beethoven brillierte. So verwandelten Sängerinnen, Sänger, Bläserinnen und Bläser die Weiseler Kirche in einen würdigen Konzertsaal, in dem auch Raum für Gebete und Ansprachen mit der Pfarrerin blieb. Mit viel Beifall begleitete das Publikum die von Andreas Schmelzeisen vorgenommenen Ehrungen langjähriger Musiker. Dazu war Dieter Milkowski eingeladen, Vorsitzender des Bezirksvorstandes Südnassau - Posaunenwerk der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Er bat die Jubilare zu sich, um ihnen für das musikalische Wirken zu gratulieren. Zwei Personen hob er besonders hervor, nämlich Paul Gerhard Kappus, seit mehr als 50 Jahren Bläser und seit 40 Jahren Dirigent des Posaunenchors, sowie Emil Thoma - mit 78 Lebensjahren der älteste aktive Bläser. Schmelzeisen hatte für alle Jubilare ein Weinpräsent und eine Anstecknadel in der Ausführung des jeweils gespielten Instruments als Zeichen des Dankes mitgebracht.

Aktive Musiker wurden geehrt

Geehrt wurden die Aktiven: Elke Hofmann (16 Jahre), Bastian Kern (17 Jahre), Timo Zimmermann (19 Jahre), Wilhelm Göttert und Egon Hartenfels (beide 55 Jahre), Otto Rheingans, Wilhelm Schmelzeisen und Wilfried Schmelzeisen (alle 60 Jahre). Emil Thoma ist 25 Jahre dabei und ist mit 78 Jahren gar ältester Aktiver. Zuvor war er bereits von 1948 bis 1972 beim Musikverein 1883 Dotzheim, dann bis 1980 beim Polizeiorchester Wiesbaden, ab 1980 in Weisel. Zum großen Bedauern aller Anwesenden konnte eine Ehrung für 60-jährige Bläsertätigkeit nicht mehr vorgenommen werden, Edmund Kappus verstarb im vergangenen Jahr. Andreas Tresch und Thilo Rheingans (25 und 19 Jahre Bläsertätigkeit) waren krankheitsbedingt verhindert.

Norbert Schmiedel

Quelle: Rhein-Lahn-Zeitung, 15.03.2006